Ziesel
Spermophilus citellus
© Manfred Werner / WikiCommons

Lebensraum

Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder

Die schlanken, kurzhaarigen Ziesel gehören zu den Nagetieren und haben eine Ă€hnliche GrĂ¶ĂŸe wie die Eichhörnchen. Sie sind sehr gesellig und leben in großen Kolonien zusammen, wobei jedes einzelne Tier einen eigenen, selbstgegrabenen Bau mit charakteristischen, ovalen oder kreisrunden Zugangslöchern bewohnt. Typisch fĂŒr Ziesel ist das „MĂ€nnchen machen“ vor ihrem Baueingang, um einen besseren Überblick zu erhalten und so frĂŒhzeitig eine Gefahr zu erkennen. Die Baue sind mit vielen EingĂ€ngen und Wohnkesseln versehen, wobei die MĂ€nnchen territorial sind, die Weibchen nicht. Diese halten sich in den Territorien der MĂ€nnchen auf. Mit einem Alter von einem Jahr erlangen die Ziesel die Geschlechtsreife, um sich dann direkt nach dem Winterschlaf im FrĂŒhling zu verpaaren.  Ende des FrĂŒhlings oder am Anfang des Sommers kommen 6-8 Junge auf die Welt, die nackt und blind sind. Bereits nach 2 Monaten sind die kleinen Ziesel selbstĂ€ndig und beziehen dann ihr eigenes zu Hause. In Gefangenschaft können Ziesel bis zu 8 Jahre alt werden. Die Nahrung besteht praktisch nur aus pflanzlicher Kost wie Samen, BlĂ€tter und Wurzeln. FrĂŒchte werden auch immer wieder gerne gefressen und in seltenen FĂ€llen gehören sogar Insekten zum Speiseplan, welche reich an Proteinen sind. NahrungsvorrĂ€te fĂŒr den Winter gibt es keine. Ziesel hamstern viele kleine Samen in ihren Backentaschen und tragen so SĂ€mereien direkt vor ihren Baueingang.

Erkennungsmerkmale 
Das glatte Fell des Ziesels hat eine rötliche, gelb-graue Farbe mit hellen Flecken. Der Bauch ist heller gefĂ€rbt. Weibchen wie auch die grĂ¶ĂŸeren MĂ€nnchen besitzen einen kurzen Schwanz, auch die Beine sind relativ kurz. Die runden und anliegenden Ohren gemeinsam mit den Backentaschen verleihen dem Ziesel ein rundliches Gesicht.
Lebensraum 
In Europa ist diese Tierart endemisch. SteppenĂ€hnliche Vegetation mit tiefgrĂŒndigen Böden wie Mager- und Halbtrockenrasen oder Heu- und Streuwiesen charakterisieren die LebensrĂ€ume der Ziesel. Trockenes Grasland wird bevorzugt, aber auch AckerflĂ€chen, Wiesen und FlĂ€chen im Siedlungsraum werden besiedelt. Wesentlich ist, dass die Vegetation eine bestimmte Höhe nicht ĂŒbersteigt, da die Ziesel sonst Feinde nicht rechtzeitig erkennen und ihnen somit ausgeliefert sind. Aufgrund der Zerschneidung von wichtigen LebensrĂ€umen, kommen Ziesel nur noch in Lebensrauminseln vor. Mitte des 20. JH. waren Ziesel in Wien noch weit verbreitet. In vielen Stadtrandbereichen konnte man sie beobachten. Heute gibt es nur noch vereinzelte Restvorkommen, welche mancherorts von ZufĂŒtterung profitieren. Allerdings sind auch diese wenigen Kolonien durch neue Bauvorhaben gefĂ€hrdet.
GefÀhrdungsgrad
Stark gefĂ€hrdet (Österreich)
Maße 

Kopf-Rumpf-LĂ€nge 18-24cm, Schwanz 4-7cm

Gewicht: 200-350g

AktivitĂ€tszeit 
hÀlt Winterschlaf, tagaktiv
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Ziesel. © sylmar / stadtwildtiere.at

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Warnrufe als Hinweis auf Anwesenheit

Die tagaktiven und lebhaften Ziesel lassen sich gut beobachten. Bei Gefahr geben sie schrille und unĂŒberhörbare Warnrufe von sich. Schaut man in die Richtung dieser Rufe, kann man die Ziesel in ihrer MĂ€nnchen-Position sichten. Durch die Pfiffe werden alle gewarnt und jedes Tier verschwindet in seinem Bau. Eine AnfĂŒtterung der Tiere zu Beobachtungszwecken sollte vermieden werden.

Typischer Ziesellebensraum auf der Perchtoldsdorfer Heide bei Wien.

© Zwentibold / WikiCommons

 

Beobachten

Ziesel beobachten in den BlumengÀrten Hirschstetten

 

Ziesel beobachten im Tiergarten Schönbrunn

Schutz der LebensrÀume

Das Ziesel fördern kann man durch Schutz und Verbesserung ihrer LebensrĂ€ume. Zu diesen Schutzmaßnahmen gehören die traditionelle Bewirtschaftung vor allem mit intensiver Mahd oder Beweidung, und der Verzicht auf Pestizide und Insektizide. Zudem sollten die einzelnen Populationen vernetzt werden, damit der genetische Austausch zwischen den Kolonien weiterhin gewĂ€hrleistet werden kann.

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